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Andrea Yildiz • Rebranding Expert | Brand Strategist

Andrea Yildiz • Rebranding Expert | Brand Strategist

weiß, dass jedes Unternehmen, egal wie jung oder klein, einen bezahlbaren und professionellen Marktauftritt verdient.

Welcher Firmenname passt zu mir?

Du hast dich selbstständig gemacht und nun muss eine passende Geschäftsbezeichnung für dein Business her, der perfekte Unternehmensname. Keine einfache Aufgabe – besonders, wenn du als SolopreneurIn im eigenen Saft schmorst. Hier kannst du viel falsch machen, wenn du zu schnell und oberflächlich an die Sache gehst.

Bevor du dich also zwischen Tür und Angel für irgendeinen Namen entscheidest, der dir nachher Probleme macht, lies dir lieber diese Tipps zur Namensfindung durch.

1) Naheliegend, aber mit Tücken: Dein eigener Name

Bist du SolopreneurIn, Einzelunternehmer oder Freelancer, bietet sich zunächst dein eigener Name an. Hierzu gebe ich dir gleich noch einige Tipps, doch bevor du überhaupt anfängst, prüfe hier als erstes, ob überhaupt noch eine passende Domain für deine Webseite frei ist. Falls du einen sehr geläufigen Namen hast, probiere dich durch verschiedene Varianten und nehme z.B. auch dein Tätigkeitsfeld mit dazu:

Beispiel: Nicolas Weber, Coach:

  • nicolasweber.de
  • nicolas-weber.de
  • nicolasweber-coaching.de
  • nicolas-weber-coaching.de
  • nickweber.de
  • nickweber.de
  • nickweber-coaching.de
  • nick-weber-coaching.de usw.

Du siehst, du kannst hier clever kombinieren, Spitznamen oder Abkürzungen helfen auch manchmal, eine passende Domain zu finden.

Online Tools wie nameboy.com können dir hier helfen und zeigen dir direkt an, ob die .com-Domain noch frei ist. Für .de-Domains checke lieber direkt bei denic, der Verwaltungsgesellschaft für die deutschen Domains.

Wenn du für deinen eigenen Namen eine freie und passende Domain gefunden hast, dann reserviere diese bitte noch nicht, sondern lies weiter, um weitere Stolperfallen zu umgehen.

2) Aussprache und Klang - extrem wichtig!

Meine ehemaligen Arbeitskollegin ist Portugiesin und heißt Isabel Monte. Was für ein wunderbarer Name! Ich finde, das klingt nach einer Romanautorin. Aber nicht wir alle haben das Glück, einen wohlklingenden Namen zu tragen. Besonders, wenn wir keinen typisch deutschen Namen haben.

Mein Nachname Yildiz ist für deutsche Zungen recht unaussprechlich und ich muss ihn ständig buchstabieren (danke an dieser Stelle an meinen wunderbaren Ehemann). Daher habe ich mich gegen eine Firmierung unter Andrea Yildiz entschieden. Aber Yildiz bedeutet übersetzt Stern. Das wiederum wollte ich unbedingt verwenden, weil man sich das leicht merken kann.

Andersherum solltest du einen typisch deutschen Namen mit Umlauten eventuell dann nicht wählen, wenn du überwiegend ins Ausland verkaufst. Werde jetzt kreativ und überlege, wie du ihn eventuell abändern könntest. Manchmal ist eine wortwörtliche Übersetzung für eine Überraschung gut (aber nicht immer!) Manche amerikanische Firmen stammen ursprünglich aus dem deutschsprachigen Raum und haben in den USA einfach dem Klang nach einige Buchstaben verändert oder weggelassen. Aus Müller wird Muller und das „z“ in Heinz spricht man dort wie ein stimmloses „s“ aus. Aussprache ist so wichtig! In Italien spricht man ein „z“ genau so aus wie in Deutschland, aber in der Türkei ist es ein stimmhaftes „s“, wie in „summen“. Also recherchiere hier am besten zusammen mit einem Muttersprachler.

Hast du einen komplizierten Doppelnamen oder einen extrem langen Nachnamen? Überlege dir dann eine Kurzversion (z.B. nur Nachname) oder würdest du gerne oben in den Browser eintippen: www.annegret-kramp-karrenbauer.de ? Wenn dein Ehepartner es dir nicht zu krumm nimmt, dann sichere dir eine Domain mit nur einem Nachnamen. Oder lass dann wenigstens deinen Vornamen weg, falls möglich.  Deine Kunden werden es dir danken.

 

3) Assoziationen und Fettnäpfchen

Sei dir gegenüber sehr ehrlich und überlege, ob dein eigener Name gut zu deinem Business passt. Was assoziiert man mit dem Klang deines Namens? 

Hast du einen Online Shop für flauschige und dekorative Kissen? Oder du arbeitest mit Kindern? Dann ist ein eher hart klingender Nachname wie „Startz“ hier eher kontraproduktiv. Bist du jedoch JuristIn oder Personal TrainerIn, dann darf dein Name ruhig eine gewisse Kraft und Härte ausstrahlen. Hier würde ich Startz lassen, denn er begünstigt das Gefühl, das deine Marke ausstrahlen soll.

Eine ehemalige Nachbarin von uns hieß Todeskino. Nun ja. Selbst einem Trauerredner würde ich zu dieser Firmierung abraten.

Tipp:

Frage fremde Menschen, was sie mit deinem Nachnamen assoziieren. Frage aber nicht Freunde oder Familie, denen ist dein Name schon zu vertraut und sie hören ihn nicht mehr als bloßen Klang, sondern haben dich als Person bereits dahinter abgespeichert. Sie bewerten Klang und Aussprache nicht mehr objektiv!

Übrigens: Meines Erachtens sind Friends&Family generell eher die schlechteren Ratgeber, wenn es um dein Business geht. Das gilt nicht nur für die Namenssuche, sondern auch für dein Corporate Design, wie ich leider schon oft feststellen musste.

Falls du hier auch noch Hilfe benötigst, dann lies auch gerne diesen Blogartikel dazu:

4) Fantasienamen und Initialen: Clever und einzigartig

Diese Variante ist sehr beliebt, da man damit oft sehr wohlklingende Namen erzeugen kann. Man kombiniert Teile des Namens oder des Produkts so, dass es eine interessante und neugierig machende Wortschöpfung ergibt.

Berühmte Beispiele:

HARIBO: HANS RIEGEL BONN

ADIDAS: ADI DASSELER

PERSIL: PERBORAT SILIKAT (Bestandteile des Waschmittels)

HANUTA: HASELNUSSTAFEL

BMW: BAYRISCHE MOTOREN WERKE AG

Wichtig hierbei ist: Lass dir ganz viel Zeit für das Brainstorming. Schreibe wild Begriffe auf ein großes Blatt Papier und bewerte diese erst einmal nicht. Nichts ist doof oder unpassend. Alles ist erlaubt. Nur so kann die Kreativität fließen.

Falls dir nichts mehr einfällt, gibt es auch online einige kostenlose Tools zur Namensfindung, die dich auf weitere Ideen bringen können. Aber Vorsicht – viele basieren auf dem englischsprachigen Markt und so wird dein deutscher Suchbegriff oft „verdenglischt“. Das kann witzig sein, aber auch oft total daneben. Aber es bringt dich vielleicht auf ganz neue Ideen.

Folgende Online Tools kannst du einmal ausprobieren:

nameboy.com: Hier bekommst du direkt auch freie Domains angezeigt.

wordoid.com: Detailliert konfigurierbar, sogar auf Deutsch basierend.

businessnamegenerator.com/de: Auf Deutsch einstellbar

Vorsicht – Fettnäpfchen!

Kennst du das Mitsubishi Modell Pajero? Ein prominentes Beispiel für schlecht recherchierte Namensgebung. Leider bedeutet Pajero auf Spanisch Wichser. Autsch! Bitte google den von dir gefundenen Fantasienamen ausgiebig und finde heraus, ob er in einer anderen Sprache (also z.B. auch japanisch, wo er phonetisch etwas bedeuten könnte) irreführend, peinlich oder beleidigend wirkt. Dies gilt besonders dann, wenn du international agieren willst.

5) Lass deine Zielgruppe mitreden

Ich bin ein großer Fan davon, meine Kunden in meine Prozesse mit ein zu beziehen. Frage sie ganz konkret, wie sie das Baby nennen würden. Du bindest sie so direkt noch mehr an dein Unternehmen/Produkt und sie schätzen das Gefühl, Teil der Namensfindung zu sein. Dies gilt besonders dann, wenn du neue Produktnamen suchst.

Du wirst so auch nochmal eine andere Perspektive auf die Sache bekommen – nämlich die deiner Kunden. Diese sehen nämlich über den Tellerrand und sind nicht so betriebsblind wie wir selbst. Sie entdecken oft noch ganz andere Dinge in unserem Unternehmen oder in unseren Produkten als wir selbst. Nicht selten wurde ein Produkt für einen Zweck A erfunden, aber erfüllt beim Kunden primär einen Zweck B, den du als Hersteller als Nebennutzen einstufst. Sie nennen dann das Produkt auch anders als du es ursprünglich vorgesehen hast. Wie spannend! Darum halte immer engen Kontakt zu deiner Zielgruppe, besonders bei der Namensgebung.

Tipp:

Du kannst auf deinen Social Media Kanälen z.B. ein Gewinnspiel dazu machen. Deine Posts oder Stories eignen sich sehr gut dafür. Verwende Umfragesticker, stelle Fragen und lass dir beim Brainstormen helfen. Du wirst überrascht sein, auf welche Ideen deine Follower kommen.

6) Finger weg von einfallslosen "Markenkiller"

O.k., ich werde nun einigen Menschen vor den Kopf stoßen, die bereits so firmieren. Aber ich muss es einfach sagen. Bitte vermeide folgende Namenskombis:

  • Vorname Welt (z.B. Steffis Welt, gerne auch: Steffis kleine Welt)
  • Vorname Leistung Welt Steffis Modewelt

(Oh, und wehe, wer hier auch noch in die „Deppen-Apostroph“-Falle tappt…)

  • & more / und mehr Hairstyle & more, Deko und mehr

Denkst du vielleicht gerade „och, so schlimm find ich das gar nicht“, dann ist das nur aus einem einzigen Grund so: Wir haben uns leider sowohl an schlechte Namen als auch an schlechtes Design gewöhnt, weil es uns täglich von allen möglichen Medien entgegen schlägt. Aber genau das ist das Problem: Es ist GEWÖHNLICH. Nicht einzigartig.

Warum solltest du diese meiden?

  • Es gibt sie bereits wie Sand am Meer
  • Der Wiedererkennungswert ist minimal
  • Es klingt nach „mir ist auf die Schnelle nichts anderes eingefallen“
  • Es ist zu unkonkret. Was ist denn bitte „mehr“? Möbel, Blumen, Reparatur?

Ich nenne diese Kombinationen deshalb auch Markenkiller. Sie arbeitet gegen und nicht für dein Branding.

7) Name gefunden! Und jetzt?

Bist du mit dem Namen für dein Unternehmen oder Produkt zufrieden? Können deine Kunden sich mit ihm anfreunden? Stützt er den Grund, warum du ein Unternehmen gründest oder macht er Lust, mehr zu erfahren? Weist er auf deine Produkte oder ihren Nutzen hin? Oder hast du dich für deinen eigenen Namen entschieden? Prima. Nun musst du ihn idealerweise noch rechtlich absichern.

Die Sache mit der Domain hast du ja am Anfang gecheckt. Nun recherchiere gründlich in den Registern des deutsche Patent- und Markenamts und im Handelsregister. Einen ersten Überblick kannst du bereits online dort verschaffen. Wenn du nichts findest, was genau so oder ähnlich klingt und bereits geschützt wurde, ist das schon mal nicht schlecht. Aber leider nicht 100% bulletproof.

Markenanmeldung:

Solltest du vorhaben, dein Firmenname und Logo rechtlich abzusichern, dann führe unbedingt ein Vorgespräch mit einem Markenanwalt. Die Kosten für seine gründliche Markenrecherche lohnen sich, um dir später eventuelle Rechtsstreits zu ersparen. Ich empfehle meinen Kunden hier Sebastian Deubelli aus Landshut.

Mit ihm habe ich dazu auch eine Podcast Episode aufgenommen, die du dir hier anhören kannst:

Meine Firmenname „stern+berg“ ist übrigens aus meinem Nachnamen (Yildiz heißt auf türkisch Stern) und meiner Leidenschaft für Berge entstanden. Der Klang war sehr eingängig und vertraut, denn es gibt Orte wie Sternberg oder Sternenberg.

Man kann in stern+berg auch viel hinein interpretieren (Kunden mögen das!):

Gemeinsam versetzen wir Berge und greifen nach den Sternen.

Das steht übrigens genau so auf meiner Visitenkarte.

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