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Andrea Yildiz • ReBranding Expertin

Andrea Yildiz • ReBranding Expertin

weiß, dass jedes Unternehmen, egal wie jung oder klein, einen bezahlbaren und professionellen Marktauftritt verdient.

Schreibe dein eigenes Buch

Einfach mal machen...könnte ja gut werden!

Wenn du das hier liest, bist du entweder auf meiner VIP Buch Liste oder interessierst dich dafür, wie man als Laie dazu kommt, sein erstes Buch zu schreiben. 

In diesem spannenden Prozess befinde ich mich nämlich gerade und wenn du „hautnah“ dabei sein möchtest, kannst du dich hier in meinen Buch-Newsletter eintragen. An jedem 15. eines Monats berichte ich über meine Fortschritte, meine Hürden und Freuden – solange, bis das Buch fertig ist.

Falls du selbst schon ein Buch geschrieben hast, freue ich mich natürlich auf deine Sicht der Dinge und hoffe, du magst mir auch hierauf antworten oder mir deine ganz eigenen Tipps geben.

Heute möchte ich dir erzählen, wie es überhaupt dazu kam, dass ich ein Buch schreibe.

 

Wie die Jungfrau zum Kind

Ich denke, jeder von uns hat zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben mal diesen Gedanken gehabt: Könnte ich eigentlich ein Buch schreiben?

Ich bin in einer Generation aufgewachsen, die vor Ehrfurcht erstarrt ist, wenn sich jemand „Autor“ nannte. Boah! Das kam direkt hinter Hollywoodschauspieler und Rockband.

Heute kann jeder – nicht zuletzt dank Selfpublishing – ein Buch auf den Markt bringen. Wie erfolgreich das dann wird, ist die zweite Frage. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Im Sommer 2018 war ich als Speaker auf einem Bloggerevent eingeladen und dort traf ich Ulla Nedebock, Autorin, Autorencoach und Verlagsscout beim Humboldt Verlag. Zwischen all den jungen Mama- und Familienbloggern waren wir allein schon vom Alter her sofort auf einer Linie. Während wir uns angeregt in der Mittagspause unterhielten, fragte mich Ulla, ob ich auch einen Blog hätte. Als ich bejahte, sagte sie etwas, da mich stutzig machte:

„Also bist du bereits Autorin.“

Krass. So hatte ich das bis dahin nämlich überhaupt nicht gesehen. Aber ja – wer Texte verfasst, ist faktisch Autor.

Was sie dann sagte, war entscheidend:

"Wenn du all deine Blogartikel oder deinen Social Media Content mal zusammenfassen würdest, hättest du ja bereits ein Sachbuch."

In meinem Kopf formte sich ein immer konkreteres Bild: Ein Cover, oben rechts steht „Andrea Yildiz“, in der Mitte ein Titel, unten ein Verlagsname…ja. Es wäre wirklich möglich…

 

Einfach mal machen, könnte ja gut werden

Ulla und ich blieben in Kontakt – sie buchte mein Marken Makeover und bekam ein neues Corporate Design und ich buchte sie als Autorencoach für mein Pojekt Sachbuch.

2018 legte ich dann auch direkt los, allerdings merkte ich schnell, dass das geplante Thema während meinen Recherchearbeiten irgendwann abdriftete und eine Eigendynamik bekam, die einfach nicht mehr zu mir passte. Ich führte Interviews zum Thema und ich merkte, wie sich die Inhalte langsam, aber sicher fremd für mich anfühlten. Es wäre sicher ein interessantes Buch über das Thema „Kundenliebe“ geworden, aber nicht wirklich aus meiner innersten Überzeugung und mit den Inhalten und Werten, für die ich als ReBranding Expertin stehe.

Mitten im Prozess stoppte ich alles.

Danach habe ich monatelang gar nicht mehr an das Buchprojekt gedacht. Inzwischen war im Herbst 2019 nämlich eine neue Idee in meinem Kopf geboren: Der Markenkalender. 

Erst als dieser komplett fertig war, mit all seinen Inhalten für ein Jahr und den 16 Worksheets, erinnerte ich mich wieder an Ullas Satz, dass bereits all das zusammen ein Sachbuch ergeben würden. Und so war das Projekt Buch wieder zurück in meinem Kopf.

Ich fing an mit dem Inhaltsverzeichnis, welches in 3 Minuten fertig war. Es entspricht ja 1:1 dem Inhalt des Markenkalenders. Das war easy. Dann fing ich an zu schreiben. Vieles war ja Copy-Paste aus den Arbeitsmaterialien des Markenkalenders.

Eines Tages beim Kochen kam dieser Satz in meinen Kopf:

"Lisa legt auf."

Hä? Was war das denn? Damit konnte ich gar nichts anfangen. Wer ist denn bitte Lisa? Und warum legt sie auf? Mit wem hat sie telefoniert?

Etwas perplex merkte ich, dass sich einfach so ein Charakter in mein Buch schleicht. Lisa. Und da kam mir die Idee, das trockene Sachbuch vielleicht in einem Roman zu verpacken. Wäre das möglich? Bestimmt. Wenn auch sicher kompliziert.

Aber wie sollte Lisa sein? Wie sieht sie aus? Wie alt ist sie? Welches Leben lebt sie und was ist ihr Job? Ich entschied mich für eine Mischung aus zwei meiner Kolleginnen und einigen meiner Kundinnen.

Blauäugig, wie ich als Erstlingsautorin bin, fing ich 2020 an, eine kleine Geschichte um die Sachbuchinhalte zu weben. Ohne Vorkenntnisse und einfach aus dem Bauch heraus. Die Büchse der Pandora war geöffnet und hätte ich da schon gewusst, dass das einen riesigen Haufen extra Arbeit nach sich zieht, hätte ich es wohl nur beim Sachbuch belassen.

Aber es war zu spät: Lisa war „geboren“ und mit ihr Carlo, ihr vierjähriger Sohn und Alex, ihr Mann und Fels in der Brandung. Und all die anderen Charaktere, die vorkommen.

Judith Schacht (Journalistin beim Weltspiegel/ARD) erzählte mir dann im Juli 2020, dass sie einen Storytelling Workshop besucht hätte und wie interessant das Thema ist. Ich dachte sofort an mein Buch. Mist! Der Romanteil des Buches braucht einen Spannungsbogen, eine gewisse Dramaturgie. Ich war zu dieser Zeit in der Türkei in Ferien und so erklärte sie mir kurz und bündig die Heldenreise nach Christopher Vogler* über WhatsApp und animierte mich, das Ganze mal mit Lisa und Co. durchzuspielen. Puh – gar nicht so einfach. Aber es wurde mir klar, ihre Story kann ich nicht einfach so neben dem Sachbuch „plätschern“ lassen. Da musste ein klare Struktur her. Ein richtiger Plott.

 

 

Wieder extra Arbeit!

Nach den Ferien traf ich mich dann mit meiner allerersten Kundin, Krimi- und Kinderbuchautorin Florentine Hein auf einen Kaffee. „Und schick mir vorher mal das, was du schon geschrieben hast, ich würde mir das gerne mal kurz durchlesen“, sagte sie noch. Gesagt, getan.

Der gemütliche Kaffeeplausch im Herrnsheimer Schlossparkcafé entwickelte sich schnell zum Crashkurs „Roman schreiben für Dummies.“ Ich war einerseits total begeistert von der Idee, den Roman handwerklich gut einzutüten. Aber ich hatte auch richtig Schiss, dass ich jetzt völlig desillusioniert werde. Schließlich war ich inhaltlich schon bis zur Mitte des Manuskripts gekommen. Und jetzt sollte ich alles wieder neu schreiben? Neue Charaktere dazu erfinden? Neue Bedrohungen entstehen lassen? Gefühlswelten aufbauen? Och nee, bitte nicht…😫

 

Das erste Kapitel schreibst du mindestens 10 Mal neu

Ok, Challenge accepted. So leicht gebe ich nicht auf. Außerdem wartet ja nirgendwo ein Verlag auf mich, der mir mit einer Deadline droht. Also wieder hinsetzen, Plott aufbauen, Ideen finden, Recherchieren und schreiben.

Ganz ehrlich: Ein Romanautor fällt nicht vom Himmel. Ich hab das total unterschätzt. Das ist ECHTES Handwerk.

„Think big“ sagt Florentine immer. „Die Leser wollen mit Lisa mitfühlen, lachen und heulen. Schmück das emotional total aus.“ Ganz ehrlich – das fiel mir am Anfang total schwer. Jedes Kapitel wieder auf seinen Gefühlsbogen zu prüfen. Zu schauen: Bleib ich in der richtigen Erzählperspektive? Kann der Leser in der jeweiligen Situation alles sehen, hören, fühlen, schmecken? Mir kam das Ganze oft recht aufgebauscht vor. Eigentlich wollte ich ja nach jedem Kapitel auch endlich zum jeweiligen Sachbuchthema überleiten.

Aber Romanfiguren "leben" wirklich. Die haben ihre ganz eigene Entwicklung. Und die braucht Zeit, bzw. Zeilen. Die Geduld musst du als Autor einfach aufbringen. Ihnen Raum geben. Ihre Geschichte will erzählt werden. Du klickst für sie nur auf die Tastatur.

Als ich die ersten sechs Kapitel überarbeitet hatte, gefiel mir das erste Kapitel überhaupt nicht mehr. Es packte mich nicht mehr. Wie langweilig war das denn bitte jetzt? Florentine gab mir den Tipp, das erste Kapitel ganz am Schluss nochmal neu zu schreiben. Dann, wenn die Heldin der Story bereits alles erlebt hat und man einen klareren Blick zurück werfen kann. Clever!

Außerdem käme es nicht selten vor, dass das erste Kapitel immer wieder neu geschrieben würde. Das wäre normal. Ich war beruhigt.

 

2 Coaches, 2 Herangehensweisen, 1 Weg

Als ich Ulla von Florentine erzählte, war sie begeistert. „Das kann dem Buch nur nützen und es besser machen.“

Irgendwo hab ich mal gelesen, dass die allermeisten Sachbücher NIE zu Ende gelesen werden. Die meisten Leser lesen nur ca. 1/3 des Buches und legen es dann für immer weg. Darum ist es total wichtig, dass du deine Hauptaussage ins erste Drittel packst. Sonst hat der Leser kein Take-away. Logisch.

Wenn mein Roman also hilft, den Spannungsbogen aufrecht zu halten, kann es mir wahrscheinlich passieren, das die Leser den Sachbuchteil jedes Kapitels sogar überspringen, weil sie lieber lesen wollen, wie Lisas Geschichte weiter geht. Krass!

Wäre das schade? Wäre das sinnvoll? Was weiß ich. Solange man ein Buch liest, ist es ein gutes Buch, oder?

Während Florentine mir immer wieder rät, mir mit dem Roman ausreichend Zeit zu lassen und jetzt „einfach mal zu schreiben, ohne Druck“, denkt Ulla bereits ein paar Schritte weiter. „Jetzt ruf halt endlich mal ein paar große Verlage an“, fordert sie mich heraus.

Mit großem Herzklopfen habe ich im Oktober 2020 dann beim GABAL Verlag angerufen und mit der Programmleiterin kurz telefoniert. Ich durfte ihr mein Exposé schicken und eine Leseprobe. „Aber es kann aber dauern, bis ich mich zurück melde, hier ist gerade der Teufel los“, warnte sie mich. Alles gut. In der Zwischenzeit mach ich mir weiter in die Hose. (Update: Kurz vor Weihnachten 2020 kam die offizielle Absage, da mein Buch nicht ins Programm passen würde.)

Ich finde es super, dass ich zwei ganz unterschiedliche  Sparringspartner an meiner Seite habe. Jede ist eine geniale Expertin. Florentine rollt die Augen, wenn sie hört, dass ich schon an die Vermarktung denke und Ulla schüttelt den Kopf, dass ich jetzt einfach mal „Meter machen will“ und erst das Buch fertig kriegen will.

Ich liebe sie beide.

Ulla hat übrigens für alle, die auch ein Buch schreiben wollen, diesen Ratgeber geschrieben, den ich dir hier mal verlinke*.

Learning by doing

Du siehst, wie so oft im Leben, lernt man beim Machen. Und man darf keine Angst haben, etwas wieder in die Tonne zu kloppen und neu anzufangen.

Ich muss aber gestehen, dass mir das Schreiben wesentlich mehr Spaß macht, seit Lisa so richtig „lebt“, mit Ecken und Kanten, mit großen Gefühlen und mit einer Schwiegermutter aus der Hölle. Ja genau – auch die musste ich neu erfinden, die gab’s ursprünglich nicht in meinem Buch. Sie heißt Barbara und züchtet Möpse. Sonst noch Fragen?

Meine größte Herausforderung ist aber der Spagat zwischen 

A) dem Inhaltsverzeichnis und der Thematik des Sachbuchs
    und
B) dem Plott des Romans

Da jedes Mal die richtige Kurve zu kriegen, empfinde ich geradezu als Königsklasse. Als hätte ich gerade den Führerschein gemacht und sitze in einem Formel 1 Wagen. Nicht lustig.

Kein Wunder also, dass ich noch kein Vollgas gebe. Immer kleine Schritte. Irgendwann fahr ich dann ja auch durch’s Ziel.

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